Der von dem IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) und Hewlett Packard geplante Stellenabbau stößt in der Belegschaft des fusionierten Unternehmens europaweit auf wachsenden Protest.
Am zweiten europaweiten Aktionstag von EDS/HP am 29. Januar 2009 haben die Beschäftigten noch einmal bekräftigt, dass sie den angekündigten Abbau von 1150 Arbeitsplätzen bei EDS und 250 bei HP nicht kampflos hinnehmen werden. An fast allen deutschen Standorten fanden Betriebsversammlungen statt, auf denen Betriebsräte und IG Metall über die Pläne der Geschäftsleitung detailliert informierten. Hier genauso wie auf vielen sich anschließenden Abteilungsversammlungen und öffentlichen Protestaktionen wurde auch gefordert, mit der Geschäftsleitung über einen Tarifvertrag zu verhandeln.
Allein in Rüsselsheim beteiligten sich 90 Prozent der Belegschaft an dem Aktionstag. Auch in Ludwigsburg und an anderen Standorten war die Teilnahme an den Aktionen überwältigend. Vielfach kam es zu Solidaritätsbekundungen. In Rüsselsheim befasste sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Stellenabbau bei EDS und verabschiedete eine Protestresolution. In Schweinfurt demonstrierten Kolleginnen und Kollegen des EDS-Kunden Avaya mit, die selbst gegen Personalabbau kämpfen.
Was alle erzürnt: EDS schreibt zwar schwarze Zahlen, soll aber den Hauptteil des Stellenabbaus tragen: Fast jeder vierte Arbeitsplatz muss wegfallen, verlangt HP.
Die Betriebsräte, die IG Metall und die Gewerkschaft Verdi wollen mit den Aktionen der Beschäftigten den Druck auf das Unternehmen verstärken, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Standortsicherung aufzunehmen. Sie kündigten weitere Proteste – bis hin zu Streiks – an, falls sich EDS weiterhin widersetze. Außerdem will die gemeinsame Tarifkommission der beiden Gewerkschaften über einen Tarifvertrag zur Sicherung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, über höhere Entgelte und über einen Entgelttarifvertrag verhandeln.
Januar 2009

