Elfte IG Metall-Erhebung: »Entgelt in der ITK-Branche 2009«

Klarer Vorteil mit Tarif

Die ITK-Branche steht noch immer gut da – trotz erster Anzeichen einer Krise: leichtes Wachstum bei den Arbeitsplätzen, geringe Zuwächse beim Entgelt. In nicht tarifgebundenen Unternehmen stagnieren vielfach die Gehälter, in einzelnen Bereichen mussten ITK-ler aber auch Abstriche hinnehmen.

Auffällig bei der IT-Gehaltsanalyse 2009 der IG Metall ist, dass immer mehr Unternehmen die Entgelte flexibler gestalten. Viele rüsten sich damit gegen die heraufziehende Krise, um im Falle von Auftragsrückgang die Gehälter kürzen zu können und um Kosten zu sparen. Gegenüber der Befragung aus dem letzten Jahr ist die Zahl der Beschäftigten, die variable Gehaltsbestandteile angeben, um ein Viertel gestiegen. Diese Anteile machen bereits zwischen zehn und 25 Prozent des Entgelts aus.

Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen haben durchweg von der Tariferhöhung profitiert. In fast allen Job-Gruppen bekommen sie variable, erfolgsabhängige Entgeltbestandteile noch dazu (»on top«). Klarer Vorteil für sie: Alles in allem wurde ihnen 2008 in mehr als der Hälfte der untersuchten Jobs durchschnittlich rund zehn Prozent mehr gezahlt als in nicht tarifgebundenen Unternehmen. Aus letzteren beschweren sich viele Beschäftigte darüber, dass sich ihr Gehalt seit Jahren nicht weiter erhöht hat.

Zeit für Qualifizierung

Die Branche verhält sich abwartend. Sie geizt nicht nur bei den Einkommen, sondern auch mit Neueinstellungen. Gegenüber 13.000 neuen Stellen, die im Vorjahr geschaffen wurden, sind 2008 nach den bisher vorliegenden Daten nur 3.000 Beschäftigte mehr eingestellt worden. Dies, obwohl es nach Angaben des Branchenverbands Bitkom rund 45.000 offene Stellen für IT-Fachpersonal gibt. Die IG Metall fordert die IT-Unternehmen auf, diese Zeit der Stagnation zu nutzen, um die Belegschaften weiterzubilden, damit genügend gut qualifizierte Fachkräfte bereit stehen, wenn die Konjunktur wieder anspringt.

Februar 2009

Fakten aus der Entgeltanalyse

• Für die Befragung wurden 2008 über 21.000 Daten aus 85 Betrieben ausgewertet. Damit wurde die Basis für Aussagen gegenüber dem Vorjahr erheblich ausgeweitet.

• Leichte Gehaltszuwächse gab es über alle Jobgruppen hinweg auch 2008 in den Bereichen Beratung/Consulting (plus 0,7 Prozent), Projektmanagement (plus 0,52 Prozent), Service Technik (plus 1,21 Prozent) (siehe Schaubild). Die Einkommen in der Hardware-Entwicklung (plus 10,21 Prozent) und Verwaltung (plus 6,46 Prozent) haben am stärksten zugelegt.

• Bei den Call Centern (minus 12,47 Prozent) und im Marketing (minus 13,16 Prozent) sind die Entgelte durchweg stark gesunken.

| nach oben | drucken | Stand: 03.03.2009