Mit neuen Warnstreiks reagieren die Beschäftigten des IT-Dienstleisters EDS Operations Services auf die anhaltende Weigerung der EDS-Geschäftsführung, in Tarifverhandlungen einzutreten.
Die IG Metall und die Gewerkschaft Verdi haben zu einem weiteren Warnstreik am 26. März an allen 18 Standorten von EDS OS aufgerufen. Sie wollen damit erreichen, dass EDS sich an den Verhandlungstisch begibt, um mit ihnen zusammen Beschäftigungssicherung, die Sicherung von Arbeitsbedingungen und höhere Entgelte tarifvertraglich zu regeln.
Seit Dezember 2008 weigert sich das EDS-Management, darüber zu verhandeln. Auch von den drei Warnstreiks seit Anfang Februar, an denen sich viele EDS-Beschäftigte beteiligt hatten, hat sich die Geschäftsführung offenbar nicht beeindrucken lassen.
»Diese Haltung ist eine Provokation«, sagt Juan-Carlos Rio Antas, Tarifexperte beim IG Metall Vorstand. Die Beschäftigten hätten jahrelang den Erfolg von EDS erarbeitet. »Jetzt soll jeder Dritte entlassen werden, und das Management ist nicht einmal bereit, über vernünftige Lösungen zur Beschäftigungssicherung zu verhandeln. Stattdessen verharrt EDS in eiskaltem Schweigen und eskaliert den Konflikt.«
»Die Menschen sind wütend«, bestätigt Thomas Müller von der Gewerkschaft Verdi. »Unser Appell an EDS ist: Hören Sie auf, Öl ins Feuer zu gießen, kommen Sie an den Verhandlungstisch.«
Nach der Übernahme durch Hewlett Packard hatte EDS im Oktober 2008 angekündigt, 1.150 Arbeitsplätze abbauen zu wollen, um die von HP gewünschte Rendite zu erzielen. Allein bei der EDS OS GmbH sind 864 Arbeitsplätze akut gefährdet. Die EDS-Geschäftsführung plant außerdem, Standorte in Ludwigsburg, Leuna, Essen, Wuppertal und Köln zu schließen.
März 2009

