Widerstand gegen Arbeitsplatzabbau an allen EDS-Standorten

Proteste wirken

Seit Wochen wehren sich die Beschäftigten des IT-Dienstleisters EDS gegen Stellenabbau. Auch aus der Politik erhalten sie Rückhalt. In vier Warnstreiks haben sie sich für einen Sozialtarifvertrag stark gemacht, um Beschäftigung, Standorte und Arbeitsbedingungen zu sichern. Zwar weigert sich das Management noch immer, darüber zu verhandeln. Aber die Proteste haben den Druck auf den Arbeitgeber erhöht.

Vier Warnstreiks im Februar, März und April, öffentlicher Protest auf der CeBIT, Solidarität aus dem In- und Ausland: Die EDS-Beschäftigten kämpfen an allen deutschen Standorten gegen Arbeitsplatzabbau und für einen Sozialtarifvertrag. Sogar acht Ministerpräsidenten hatten sich an die Muttergesellschaft Hewlett Packard (HP) gewandt, um die Entlassung von 1.150 Beschäftigten bei dem Tochterunternehmen EDS zu verhindern. Aber noch immer kriegt der IT-Dienstleister nicht die Kurve, um sich an den Verhandlungstisch zu begeben und mit der IG Metallund der Gewerkschaft Verdi einen Haustarifvertrag zu Gehalt, Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssicherung abzuschließen.

Tarifverhandlungen sind das Ziel

Ein Drittel der Belegschaft von EDS Deutschland soll entlassen werden, obwohl das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt. Mehr als 500 Arbeitsplätze sind bei HP gefährdet. Gerade mal zu einem ersten Sondierungsgespräch mit der IG Metall und Verdi hat sich das Management Ende April »herabgelassen«. »Davon ging jedoch kein Signal für bevorstehende Tarifverhandlungen aus«, sagt Bettina Kauß, EDS-Betriebsrätin in Rüsselsheim. Aber immerhin ist dies ein Zeichen, dass die Protestaktionen der vergangenen Wochen wirken: Das Management spürt den wachsenden Druck.

Noch bis Anfang Mai wollte das Unternehmen nur mit den Betriebsräten über den Personalabbau sprechen. »Aber das reicht uns nicht«, sagt Bettina Kauß. »Wir wollen Beschäftigung und Standorte sichern, soziale Errungenschaften für die EDS-Beschäftigten beim Übergang zu HP erhalten und vorteilhafte Betriebsvereinbarungen fortschreiben. Dafür brauchen wir jedoch tarifliche Regelungen.« Und dies geht nur mit der IG Metall und Verdi.

Seit Ende April haben die EDS-Beschäftigten ihren Protest ausgeweitet: Rufbereitschaften wurden abgelehnt und bestreikt. An allen Standorten fanden mehrtägige Betriebsversammlungen - zumeist mit externen Referenten - statt. Auch dabei stand der Haustarifvertrag im Mittelpunkt. Und wieder zeigten die Beschäftigten kreative Ideen, um ihren Protest und ihre Forderungen sichtbar zu machen.

Bis Mitte Mai (nach Redaktionsschluss) wollen IG Metall und Verdi dem Management noch Zeitgeben, in Tarifverhandlungen einzusteigen. Danach stehen die Zeichen auf Sturm. Wenn nichts anderes hilft, kann auch gestreiktwerden. Dass sie das können, haben die EDS-Beschäftigten in den Warnstreiks der vergangenen Wochen eindrucksvoll demonstriert.

Mai 2009

| nach oben | drucken | Stand: 10.06.2009