Ein Drittel der Belegschaft von EDS Deutschland soll entlassen werden, obwohl das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt. Mehr als 500 Arbeitsplätze sind bei HP gefährdet. Gerade mal zu einem ersten Sondierungsgespräch mit der IG Metall und Verdi hat sich das Management Ende April »herabgelassen«. »Davon ging jedoch kein Signal für bevorstehende Tarifverhandlungen aus«, sagt Bettina Kauß, EDS-Betriebsrätin in Rüsselsheim. Aber immerhin ist dies ein Zeichen, dass die Protestaktionen der vergangenen Wochen wirken: Das Management spürt den wachsenden Druck.
Noch bis Anfang Mai wollte das Unternehmen nur mit den Betriebsräten über den Personalabbau sprechen. »Aber das reicht uns nicht«, sagt Bettina Kauß. »Wir wollen Beschäftigung und Standorte sichern, soziale Errungenschaften für die EDS-Beschäftigten beim Übergang zu HP erhalten und vorteilhafte Betriebsvereinbarungen fortschreiben. Dafür brauchen wir jedoch tarifliche Regelungen.« Und dies geht nur mit der IG Metall und Verdi.
Seit Ende April haben die EDS-Beschäftigten ihren Protest ausgeweitet: Rufbereitschaften wurden abgelehnt und bestreikt. An allen Standorten fanden mehrtägige Betriebsversammlungen - zumeist mit externen Referenten - statt. Auch dabei stand der Haustarifvertrag im Mittelpunkt. Und wieder zeigten die Beschäftigten kreative Ideen, um ihren Protest und ihre Forderungen sichtbar zu machen.
Bis Mitte Mai (nach Redaktionsschluss) wollen IG Metall und Verdi dem Management noch Zeitgeben, in Tarifverhandlungen einzusteigen. Danach stehen die Zeichen auf Sturm. Wenn nichts anderes hilft, kann auch gestreiktwerden. Dass sie das können, haben die EDS-Beschäftigten in den Warnstreiks der vergangenen Wochen eindrucksvoll demonstriert.
Mai 2009