Schon vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise offenbarten sich in einigen Bereichen des ITK-Sektors eklatante Schwächen: in der Halbleiterindustrie, bei Telekommunikationsausrüstern und Handy-Herstellern, bei vielen IT-Dienstleistern. Siemens-Com, BenQ und Qimonda stellen Paradebeispiele dar, wie neue Trends verpennt, Chancen vertan und Arbeitsplätze dadurch leichtfertig aufs Spiel gesetzt wurden.
Das unablässige Schielen auf den Shareholder Value veranlasste viele ITK-Firmen in den letzten Jahren dazu, Forschung und Entwicklung (F&E) zu drosseln. Bei Alcatel-Lucent beispielsweise wurden die Ausgaben für F&E zwischen 2007 und 2008 stark gekürzt, berichtet Gesamtbetriebsratsvorsitzender Harald Kalmbach. Außerdem wurde der Bereich nach der Fusion der beiden Unternehmen weltweit zentralisiert und in nationale Bell-Labs eingebracht. Auch das sparte Kosten.
»Früher gab es regelrechte Freiräume, um sich intensiv mit Zukunftsprodukten zu befassen«, berichtet Fariborz Derakhshan, Sysstemingenieur bei Bell-Labs in Nürnberg. »Heute jagt ein Projekt das andere und stehen die Forscher unter einem enormen Erfolgsdruck.«


