Zum Start der vierten Streikwoche demonstrieren die EDS-Beschäftigten vor den Opel-Werkstoren. Am »Tag der Kunden« wollen sie in Rüsselsheim und in Bochum sowie bei anderen Kunden von EDS bundesweit um Verständnis für ihre Forderungen und um solidarische Unterstützung werben.
Denn trotz der an allen EDS-Standorten laufenden Streiks rücken die EDS- und HP-Chefs von ihren Entlassungsplänen nicht ab. Selbst in der Einigungsstelle, in der sich in der vergangenen Woche Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zwei Tage lang direkt gegenübersaßen, bewegten sie sich nicht. Nach wie vor halten sie daran fest, 839 Stellen bei EDS abbauen zu wollen. Auch von Tarifverhandlungen über Beschäftigungssicherheit, Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter sind sie noch weit entfernt.
»Nur der Druck der Streikenden wird Bewegung in die Verhandlungen bringen« sagt Juan-Calros Rio Antas EDS-Betreuer der IG Metall. »Die Geschäftsführungen von EDS und HP müssen einsehen, dass sie nur mit Verhandlungen aus dem Arbeitskampf herauskommen.« Auch Thomas Müller von der Gewerkschaft Verdi warnt: »EDS spielt ein gefährliches Spiel.« Bisher versucht das Unternehmen noch immer den Anschein zu erwecken, als hätten die Streiks keine Auswirkung auf den Geschäftsverlauf. Dem widerspricht Müller: »Entgegen den Aussagen der Geschäftsleitung wissen wir sehr wohl um Beeinträchtigungen des Betriebs beim Kunden.«
Bisher haben sich an allen Streiktagen jeweils rund 1.000 Beschäftigte am Arbeitskampf beteiligt. Tendenz steigend. Am 23. und 24. Juni sollen die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern in der Einigungsstelle fortgesetzt werden.
Juni 2009

