Bis in den frühen Donnerstagmorgen hinein verhandelten die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter von EDS Deutschland - ohne Ergebnis. Die Gespräche in der Einigungsstelle hatten in dieser Woche bereits am Dienstag begonnen. Sie sollen am 1. Juli fortgesetzt werden.
Kernpunkte sind der vom Unternehmen geplante Stellenabbau sowie die Arbeitsbedingungen nach einem möglichen Betriebsübergang zur Muttergesellschaft Hewlett Packard (HP). Die Arbeitnehmer fordern, dass die Geschäftsleitungen von ihren Plänen abrücken, insgesamt 1.150 Stellen bei EDS und HP zu streichen. Sie wollen außerdem erreichen, dass der Arbeitgeber unverzüglich in Tarifverhandlungen mit der IG Metall und der Gewerkschaft einsteigt, um Beschäftigung zu sichern, Arbeitsbedingungen zu regeln und Entgelte zu erhöhen. Beim Thema »HP-Integration« präsentierte Ernst Reichert, Arbeitsdirektor von HP, aus der Sicht der Arbeitnehmervertreter durchaus verhandelbare Vorschläge. Jedoch hielt er beim Thema »Tarifvertrag« weiterhin an einem strikten »Nein« fest. Ein neuer Anlauf, um zu gemeinsamen Ergebnissen zu gelangen, soll am 1. Juli starten. Bis dahin wollen die EDS-Beschäftigten ihren Streik fortführen.
Die bisherigen Aktivitäten der Belegschaften an allen EDS-Standorten haben sich durch enormen Ideenreichtum ausgezeichnet: Mit ihren Demonstrationszügen in Rüsselsheim und Bochum am »Tag des Kunden« zu den Opel-Werken, dem freiwilligen sozialen Engagement streikender EDS-Kollegen bei der Bremer Kindertagsstätte »Zwergenland«, einem Fahrradkorso in Leuna, einer Dampferfahrt auf dem Rhein und einem Brief an US-Präsident Obama und Angela Merkel, der dem Hessischen Staatsminister für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg (CDU) übergeben wurde, zeigten sie, was sie »drauf« haben, um öffentlich auf sich aufmerksam zu machen und den Verhandlungsdruck auf den Arbeitgeber zu stärken. Dabei erhalten sie starken Rückhalt aus der Bevölkerung, wie die vielen Solidaritätsbekundungen zeigen.
Juni 2009

