Vodafone/Arcor: Standards in Gefahr

Seit dem Zusammenschluss von Vodafone und Arcor existieren für die Beschäftigten bei dem Mobilfunkkonzern in Deutschland unterschiedliche Tarifstandards. Weil Vodafone Kosten sparen will, befürchtet die IG Metall, dass die Arbeitsbedingungen nach unten angeglichen werden sollen.

Seit der Übernahme von Arcor im Mai 2008 entwickelt sich Vodafone zu einem integrierten Kommunikationskonzern. Neue Konzernstrukturen wurden bereits aufgebaut. Jetzt sollen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten weiter angeglichen werden. Doch angesichts eines angekündigten weltweiten Sparprogramms besteht die Gefahr, dass die geltenden Tarifstandards abgesenkt werden.

»Wir befürchten, dass die Geschäftsleitung sich den komplizierten Umstand nutzen will, dass zwei Gewerkschaften, unterschiedliche Tarifverträge und unterschiedliche Tarifniveaus im Unternehmen vorhanden sind«, sagt Gesamtbetriebsratsvorsitzender Toni Wolf. Für Konrad Jablonski von der IG Metall-Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen steht jedoch fest: »Die mit der IG Metall abgeschlossenen Tarifverträge sind nicht nach unten verhandelbar.« Allerdings müssten die Beschäftigten selbst dafür etwas tun. »Eine Gewerkschaft ist immer nur so stark wie ihre Basis im Unternehmen«, so der Gewerkschaftssekretär.

Erste Anzeichen dafür, dass Vodafone trotz eines hervorragenden wirtschaftlichen Ergebnisses an den Gehältern der Beschäftigten sparen will, gibt es bereits. So werden erstmals die Tariferhöhungen nicht mehr auf das Entgelt inklusive übertariflicher Zulagen bezahlt. Auch gibt es Gerüchte, dass die Unternehmensspitze plant, Arbeitsplätze zu verlagern und Teilbereiche auszugliedern. »Künftig wird immer wichtiger, dass alles, was mit Eingruppierungen, Zulagen und Zuschlägen zusammenhängt, tariflich geregelt und gestaltet wird«, sagt Siegfried Balduin, IG Metall-Vertreter im Vodafone-Aufsichtsrat. Auch tritt die IG Metall dafür ein, dass die Altersteilzeit nach Auslaufen der staatlichen Förderung zum Ende dieses Jahres erhalten bleibt.

Juni 2009

| nach oben | drucken | Stand: 07.07.2009