IG Metall-Gehaltsanalyse 2010:

Tarifverträge machen den Unterschied

Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Gehälter im ITK-Sektor gestiegen. Das gilt vor allem für die Verdienste in tarifgebundenen Unternehmen. In Firmen ohne geltenden Tarifvertrag gab es dagegen mehrheitlich weniger Geld.

Um durchschnittlich 2,3 Prozent stiegen 2009 die Gehälter der ITK-Beschäftigten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in tarifgebundenen Unternehmen verdienten über alle untersuchten Jobgruppen und Hierarchiestufen hinweg sogar deutlich mehr. Im Gegensatz dazu sanken die Verdienste in nichttarifgebundenen Unternehmen in der Mehrzahl unter die Vorjahreswerte.
Entgelt-Tarifverträge, dies zeigt die Gehaltsumfrage der IG Metall, sichern die Einkommen gerade auch in Krisenzeiten. Sie sind ein wirksamer Schutz gegen die Strategie der Arbeitgeber, die verschärfte Konkurrenzsituation zu nutzen, um massiv Kosten – insbesondere Lohnkosten – einzusparen.
Besonders bei den variablen Gehaltsbestandteilen wurde stark gekürzt. Bei fast zwei Dritteln der untersuchten Jobgruppen gab es dabei Abstriche von bis zu 17 Prozent.

Höhere Einstiegsgehälter

Dass sich die ITK-Branche mehr um den qualifizierten Nachwuchs kümmern will, zeigt sich an den um rund vier Prozent gestiegenen Einstiegsgehältern von Fachinformatikern/innen, IT-Kaufleuten und Informatikkaufleuten. Lediglich bei den IT-System-Elektronikern/innen sind die Einstiegsgehälter um fünf Prozent gegenüber 2008 gefallen. Besonders positiv (plus fünf Prozent) entwickelten sich die Azubi- und Einstiegsgehälter bei den BA-Studierenden in den Fächern Informationstechnik und Wirtschaftsinformatik.

Fakten aus der Entgeltanalyse:

• Für die diesjährige IG Metall-Erhebung der Entgelte in der IT- und Telekommunikationsbranche wurden etwas mehr als 25.000 Entgeltdaten aus 102 Betrieben mit insgesamt ca. 120.000 Beschäftigten ausgewertet.
• Bei den Jobfamilien Beratung/Consulting, Software Entwicklung und Kaufmännische Angestellte sind die Gehaltsunterschiede zwischen tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Unternehmen am srärksten.
• In der Jobfamilie Service Technik gab es bei fast allen untersuchten Jobs Gehaltsverluste.

Februar 2010

| nach oben | drucken | Stand: 02.03.2010