Protestierende Siemens-Beschäftigte in Frankreich: Personalchef festgesetzt

Im Werk von Siemens VAI Metal Technologies in St. Chamond (Frankreich) halten Beschäftigte den Leiter der Verwaltungs- und Finanzabteilung sowie die Personalchefin nach wochenlangen, ergebnislosen Protesten fest.

Rund 235 der rund 600 Stellen will das Management in dem Werk schließen. Dagegen protestieren die Beschäftigten seit Wochen, nicht allein in St. Chamond, sondern auch in der nächst größeren Stadt Lyon sowie in Paris. Selbst eindringliche Appelle der regionalen Politik gegen den geplanten Stellenabbau hatten nicht bewirken können, dass das Management einlenkte. Auch bei den Sozialplanverhandlungen blieb es kompromisslos und ließ sich auf keinerlei Abfindungen ein, um die sozialen Folgen für die Betroffenen im strukturschwachen Departement Rhone-Alpes abzufedern. Deshalb griffen die Beschäftigten, unterstützt von ihren Gewerkschaften, zu dem etwas drastischen Mittel. Der Vertreter der Beschäftigten für die Gewerkschaft CFE/CGC und Sprecher der »Intersyndicale« (aller im Betrieb vertretenen Gewerkschaften) Georges Boncompain kommentierte die Aktion: »Wir sind bereit so lange auszuhalten, wie es nötig ist. Unglücklicherweise wurden wir durch ein unflexibles Management zu diesem Schritt gezwungen, das uns wie Vollidioten behandelt.« Besonders scharf kritisiert er das Siemens-Management, weil es die Zahl der Beschäftigten auf 360 verringern wolle, obwohl es bereits jetzt einen akuten Personalbedarf von 475 gebe. Inzwischen wurde ein Vermittler in den Konflikt eingeschaltet.

März 2010

| nach oben | drucken | Stand: 04.03.2010