»Wir wollen bei Siemens bleiben, weil unsere Stärke die enge Einbindung in Siemens ist«, betonte Franz-Josef Amling, Betriebsratsvorsitzender am SIS-Standort Fürth am Messestand der IG Metall auf der CeBIT, an dem sich die Protestierenden trafen. Schon seit Wochen wehren sich die Beschäftigten bei SIS dagegen, dass der IT-Bereich komplett aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert werden soll. Bereits Anfang Dezember wurde er von Siemens abgespalten und soll nun bis Mitte dieses Jahres verselbständigt werden. Dabei war die Sparte erst vor zwei Jahren aus der ehemaligen Siemens-Tochter Siemens Business Services (SBS) ausgegliedert und in den Konzern integriert worden.
Die Belegschaften an den SIS-Standorten befürchten nicht nur, dass dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch, dass sich ihre Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtern könnten. Ihren Widerstand konnten sie immer mehr ausweiten – von ersten »Montagsspaziergängen« und Kundgebungen an einzelnen Standorten zu einer bundesweiten Unterschriftenaktion mit inzwischen mehr als 11.000 Unterzeichnern zu einem bundesweiten Aktionstag am 1. März 2010, an dem sich mehr als 2000 SIS-Beschäftigte beteiligten.
Mit ihrer Aktion auf der CeBIT und ihrem Treffpunkt »5 vor 12« in der Halle 5, B 50 »Job&Karriere« wollten sie auch auf die aktuelle Situation der IT-Branche aufmerksam machen. Die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise habe auch hier ihre Spuren hinterlassen: Viele Unternehmen hätten sie genutzt, so Hans-Joachim Weis, beim Vorstand der IG Metall bundesweiter Koordinator für die IT-Branche, um die Belegschaften zu verkleinern, die Arbeitsbedingungen zu flexibilisieren und die Personalkosten zu verringern. Das mache die Branche vor allem für junge Leute – und damit den Fachkräftenachwuchs – zunehmend unattraktiv.
März 2010


