Der US-Computerkonzern Hewlett Packard will in Deutschland bis Anfang 2007 1.500 Stellen abbauen. Betroffen sind vor allem die Standorte Böblingen und Herrenberg. Gesamtbetriebsrat und HP-Geschäftsleitung haben sich bereits auf einen Sozialplan verständigt, halten jedoch ihre Informationen gegenüber der Belegschaft zurück. 800 Beschäftigten wurde bereits das Angebot über einen Aufhebungsvertrag oder über die Teilnahme an einer Transfergesellschaft unterbreitet. Weitere Maßnahmen zum Personalabbau sind geplant. »Was aber genau, ist unklar«, kritisiert Dieter Jung von der IG Metall. »Denn zwischen dem Gesamtbetriebsrat und der Geschäftsleitung finden eine Art Geheimverhandlungen ohne jegliche gewerkschaftliche Beteiligung statt.«
Bisher sei lediglich durchgesickert, so Jung, dass sich HP bemühen wolle, einzelne Beschäftigte im Rahmen eines »Partnerprogramms« in anderen Unternehmen unterzubringen. »Die Geheimniskrämerei soll Proteste aus der Belegschaft verhindern«, sagt Jung. »Sie erreicht jedoch das Gegenteil und schafft großes Misstrauen.«
Statt Schmusekurs fordert die IG Metall bei HP von der Geschäftsleitung und dem Gesamtbetriebsrat, endlich die Karten auf den Tisch zum legen und gemeinsam mit der Belegschaft Alternativen zum Stellenabbau zu entwickeln. Ihr Verständnis von einer offensiven Betriebsratsarbeit wird sie bei der kommenden Betriebsratswahl deutlich machen. An vielen HP-Standorten - unter anderem auch in Ratingen - kandidieren IG Metall-Mitglieder auf sogenannten alternativen Listen.
März 2006

