Anti-Stress-Tipps für IT-Experten

Der Arbeitsdruck macht IT-Experten krank. Tipps, wie dem Stress beizukommen ist, hält Arbeitspsychologin Anja Gerlmaier vom Institut für Arbeit und Qualifikation in Gelsenkirchen (IAQ) parat: Die Zeit besser einteilen, Arbeit schlauer organisieren und wenn nötig: Aufgaben abgeben.

»Neu ist, dass man bei der Arbeit ständig durch andere Arbeit gestört wird«, stellt Anja Gerlmaier fest. Häufige Unterbrechungen und der Zeitdruck sind wahnsinnig erschöpfend. Daraus resultiert Stress, der zu Krankheiten und längerfristig zu Burnout oder Tinnitus führen kann. Eine IAQ-Studie ergab: IT-Leute sind davon besonders betroffen. In einem Unternehmen waren es 20 Prozent – vier Mal mehr als in der Gesamtbevölkerung.

Tipps zum Gegensteuern:

• Das Zeit-Management sollte mehr Puffer zum Erholen und persönliche Entwicklung geben. Aber das heißt nicht: mehr arbeiten in kürzerer Zeit.

• Das richtige Verhältnis zwischen erledigen und aufschieben ist wichtig. So werden Arbeitsunterbrechungen verringert.

• Der Biorhythmus gibt die richtigen Arbeitszeiten vor: Konzentrieren kann man sich am besten morgens zwischen neun und zwölf Uhr. Nachmittags sinkt die Leistungsfähigkeit auf 60 Prozent. Ab 15 Uhr steigt sie kurzfristig wieder. Also: Den Morgen möglichst nicht mit Meetings verplempern.

Wenn diese Tricks nicht helfen, hilft bei Überlastung nur noch der Gang zum Chef: Am besten alles auflisten, was erledigt werden muss, und wer es übernehmen könnte.

»Die Leistungen sinken nicht, wenn man die Überlastung wegnimmt, sondern sie werden besser«, betont die Arbeitspsychologin im Interview mit der Computerwoche.

Juli 2008

| nach oben | drucken | Stand: 12.08.2008